Einsatzgebiete: das passende Balkonprofil für jeden Aufbau
Welches Profil du brauchst, entscheidet der Aufbau deines Belags – nicht der Geschmack. Eine fest verklebte Fliese verlangt einen anderen Randabschluss als ein Plattenbelag auf Stelzlagern oder in der Splittschüttung. Diese Übersicht ordnet jede Profilform ihrer typischen Verlegeart zu:
Fliesenbeläge im Dünnbett: Balkonwinkelprofil mit Tropfkante
Bei fest verklebten Fliesen ist das Balkonwinkelprofil mit Tropfkante die klassische Lösung. Es wird vor dem Fliesen ins Kleberbett gesetzt. Die integrierte Tropfkante führt das Wasser sauber von der Fassade weg. Deshalb wird ein solches Profil auch als Traufprofil für den Balkon bezeichnet. Über die senkrechte Blende (18 oder 60 mm) verdeckst du den sichtbaren Aufbau bis zur Fassadenkante. Als Randabschlussprofil sorgt es so für einen sauberen, dauerhaft geschützten Abschluss.
Profile mit Stelzlagern und Drainagematten kombinieren
Wird der Belag nicht verklebt, sondern lose verlegt, entsteht unter den Platten ein Hohlraum. Der will verkleidet werden. Für Platten auf Stelzlagern ist das Balkonwinkelprofil T-Form gemacht. Seine lange Blende verdeckt den Zwischenraum zwischen Belag und Untergrund elegant und ist auf Plattenstärken von 20 mm ausgelegt. Es lässt sich direkt mit unseren Stelzlagern kombinieren.
Kommt eine Splitt-/Kiesschüttung, ein Drainageestrich oder eine Drainagematte zum Einsatz, ist das Balkonprofil Y-Form ideal. Es besitzt zusätzliche Drainageschlitze. Durch sie fließt Sickerwasser aus dem Aufbau ab, bevor es über die Tropfkante nach außen geleitet wird. So verhinderst du Staunässe im Belagsaufbau. Das ist wichtig, denn dauerhaft stehendes, alkalisches Wasser setzt dem Aluminium und der Bausubstanz zu. In Kombination mit einer Drainagematte wird das Profil so gesetzt, dass die Matte bis an den gelochten Auflageschenkel heranreicht und das Wasser ungehindert abläuft.
Aus der Praxis: Bei Y-Form-Profilen sehen wir gelegentlich helle Auswaschungen rund um die Drainageschlitze. Die Ursache liegt fast immer im Belagsaufbau, nicht am Profil: Wird frischer Monokornmörtel während der Abbindephase nicht vor Regen geschützt, waschen Niederschläge Bestandteile aus dem noch weichen Mörtel. Dieses Wasser ist stark alkalisch und greift die Eloxalschicht des Aluminiums an – sichtbar an matten, ausgewaschenen Stellen entlang der Schlitze. Deck den Mörtel während des Aushärtens also gegen Regen ab. Der Hersteller des Verlegemörtels schreibt einen solchen Schutz in seinem technischen Datenblatt in der Regel ausdrücklich vor.
Balkonprofile richtig verlegen
So unterschiedlich die Aufbauten sind, das Grundprinzip der Montage ähnelt sich. Für die verklebten Varianten – Tropfkante und L-Form – gehst du Schritt für Schritt vor:
- Profil nach benötigter Aufbauhöhe auswählen und auf Länge anpassen.
- Auf den tragfähigen Untergrund – Betonplatte oder trockener Estrich – Fliesenkleber mit der Zahnkelle auftragen.
- Profil ins Kleberbett eindrücken und in Höhe und Flucht ausrichten. Den gelochten Auflageschenkel vollflächig überspachteln. Hier wird auch die Abdichtung sauber angeschlossen.
- Belag bündig mit der Profiloberkante verlegen und zum Profil eine Fuge von 1–2 mm freilassen.
- Mehrere Profile mit den passenden Zubehör verbinden. Ecken mit Innen- und Außenecken sauber ausbilden.
Bei der Verlegung auf Stelzlagern liegt das Profil nicht im Kleberbett, sondern wird auf die äußere Stelzlagerreihe aufgelegt und in Höhe und Flucht ausgerichtet. Bei Bedarf fixierst du es mit etwas Polymerkleber. Anschließend verlegst du die Platten auf die Stelzlager – der aufgelegte Belag beschwert das Profil und hält es dauerhaft in Position. In der Splittschüttung oder im Drainageestrich legst du das Profil auf den Untergrund und richtest es aus. Achte darauf, dass eindringendes Wasser durch die Drainageschlitze frei abfließen kann. Frischen Fliesenkleber und Fugenmörtel wischst du von sichtbaren Alu- und Edelstahlflächen sofort mit klarem Wasser ab. So vermeidest du dauerhafte Verfärbungen.